Blog
Selbstwert stärken, wenn du dich ständig rechtfertigst
· Ursula Strobl

Wenn du dich nach einem Satz sofort entschuldigst, wenn du zu viel erklärst oder wenn du im Kopf schon eine Gegenrede formulierst, bevor jemand dich überhaupt kritisiert, dann ist das oft kein „Charakterfehler“.
Oft ist es ein Muster: Du versuchst, Sicherheit durch Zustimmung herzustellen. Und während du so bemühst, deinen Wert zu „beweisen“, schwindet genau das Gefühl: Ich bin wertvoll.
Selbstwert stärken heißt an dieser Stelle nicht, lauter zu werden. Sondern klarer. Und freundlicher zu dir.
Selbstwert stärken: Aus der Rechtfertigungs-Schleife aussteigen
Rechtfertigen wirkt kurzfristig beruhigend. Du tust etwas. Du machst mit. Du hältst Harmonie fest.
Langfristig kostet es dich aber Energie und erzeugt eine stille Botschaft: „Ich bin nur okay, wenn ich es richtig erkläre.“
Was Selbstwert stärkt (und was ihn wieder klein macht)
Selbstwert wächst, wenn du deine Würde zuerst „hältst“ und erst danach reagierst.
Es schrumpft, wenn du deinen inneren Halt jedes Mal an die Reaktion anderer knüpfst.
Anzeichen bei Frauen, wenn der Genehmigungsdruck hoch ist
- Du sagst zu oft „Ja“, obwohl du innerlich „Nein“ meinst.
- Du antwortest schneller, als du fühlst, und erklärst länger, als nötig wäre.
- Du nimmst Komplimente nicht an, sondern relativierst („Ja, aber…“).
- Du entschuldigst dich für Dinge, die niemand beanstandet.
- Du bringst deine Bedürfnisse erst ein, wenn alle anderen zufrieden sind.
Vielleicht kennst du das: Dieses „Ich muss es richtig machen“ klingt vernünftig. In der Wirkung ist es aber wie ein unsichtbarer Regler, der deinen Selbstwert leiser dreht.
Der Kern: Zustimmung statt Würde
Hinter dem Rechtfertigen steckt oft ein Schutzbedürfnis. Manche Frauen haben gelernt: Nähe gibt es nur, wenn man sich anpasst. Lob gibt es für Leistung. Ruhe gibt es für Bravheit.
coaching selbstbewusstsein frauen beginnt deshalb nicht mit „positiven Gedanken“. Es beginnt mit einem ehrlichen Satz:
„Ich möchte gesehen werden, ohne mich zu verlieren.“
3 Micro-Grenzen für den Alltag (klein genug, damit du sie wirklich übst)
1) Die Pause-Grenze Wenn du merkst, du willst dich rechtfertigen: atme kurz und antworte mit einer Verzögerung. Ein Satz reicht: „Gib mir einen Moment.“
2) Die Sachaussage-Grenze Trenne Gefühl von Erklärung. Beispiel: „Ich verstehe deinen Punkt. Und ich entscheide anders.“ Nicht diskutieren. Entscheiden.
3) Die Würde-Grenze Ersetze „Ich bin sorry“ durch „Ich bin mir wichtig“ (in deinem Ton). Beispiel: „Mir ist das wichtig, und ich bleibe dabei.“

Micro-Grenzen im Alltag
| Grenze | Woran du sie erkennst | Ein Satz | Was es schützt |
|---|---|---|---|
| Pause-Grenze | Du willst sofort erklären | „Gib mir einen Moment.“ | Nervensystem & Klarheit |
| Sachaussage-Grenze | Du verteidigst dich ohne Ende | „Ich entscheide anders.“ | Deine Position ohne Debatte |
| Würde-Grenze | Du entschuldigst dich für dein „Nein“ | „Mir ist das wichtig.“ | Selbstachtung |
Selbstmitgefühl-Skript für den Moment, wenn du wieder zu viel sagst
Sag dir (leise, innerlich):
"Gerade will ich Sicherheit durch Zustimmung holen." "Das fühlt sich kontrolliert an, kostet mich aber Würde." "Ich darf heute bei mir bleiben, auch wenn es nicht perfekt klingt."

Maltherapie als Spiegel für Selbstwert (ohne Leistungsdruck)
Manchmal sitzt das Muster tiefer als der Kopf. In der Maltherapie wird nicht „das perfekte Bild“ gemacht. Es wird ein innerer Raum gestaltet.
Wenn du Farben, Formen und Spannungen ausdrückst, kann Bewertung leiser werden. Und du erlebst (wieder): „Ich darf etwas zeigen, ohne dafür eine Leistung abzuliefern.“
Wenn du Unterstützung willst, ist ein Erstgespräch ein sanfter Anfang. Und wenn du dich besonders mit Menschen und Grenzen im Alltag wiederfindest, schau dir auch Maltherapie für Frauen an.
Weitere Impulse findest du unter Blog-Thema Selbstwertstärkung, bei 7-Minuten-Übungen und Selbstwertgefühl stärken.
Mehr zum Thema Selbstwertstärkung
Ich räume auf, aber das Schwere bleibt. Was tun, wenn Ausmisten nicht reicht?
Du sortierst Schrank, Kalender und Kopf, doch das wirklich Schwere lässt sich nicht wegräumen, solange du nur darüber nachdenkst. Warum Ausmisten an eine Grenze stößt, wenn du dich selbst dabei verloren hast, und was dann hilft.
Podcast Folge 5: Selbstliebe - Dein Weg zu innerer Stärke
Selbstliebe ist kein Zustand, den du erreichst, sondern ein Weg, den du gehst. Über innere Stärke und Wohlbefinden.
Warum Selbstliebe kein Egoismus ist
Sich selbst zu lieben wird oft mit Egoismus verwechselt. Dabei ist Selbstliebe die Grundlage für echte Verbindung mit anderen.
Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen: Ein Schritt zu dir selbst
Grenzen setzen fällt vielen Frauen schwer. Doch ein Nein ist kein Angriff, sondern Selbstfürsorge. Wie du lernst, bei dir zu bleiben.
Kunsttherapie vs. klassische Beratung: Ein ehrlicher Vergleich
Kunsttherapie arbeitet über Bild, Farbe und Material, klassische Beratung über das Gespräch. Was die beiden Wege unterscheidet, für wen welcher passt und warum sich beides gut ergänzt.
Berufliche Neuorientierung: Wie Maltherapie dir einen neuen Weg zeigt
Berufliche Neuorientierung beginnt selten mit dem perfekten Plan, sondern mit ehrlicher Klarheit darüber, was dir wirklich wichtig ist. Wie Maltherapie innere Bilder sichtbar macht und dir hilft, einen Weg zu finden, der zu dir passt.
8-Wochen-Programm gegen Burnout: Der strukturierte Weg aus der Erschöpfung
Ein 8-Wochen-Programm gegen Burnout begleitet dich in wöchentlichen Schritten aus der Erschöpfung zurück zu dir: erst entlasten, dann verstehen, dann neu ausrichten.
Wie läuft eine Maltherapie-Sitzung ab? Ein ehrlicher Einblick
Was passiert wirklich in einer Maltherapie-Sitzung? Schritt für Schritt, ohne esoterischen Schleier. Ein offener Blick in die Praxis von Ursula Strobl in Pressbaum.
Hat dich dieser Beitrag berührt? Lass uns sprechen.
15 Minuten · Kostenlos · Ohne Verpflichtung
Hat dich dieser Beitrag berührt? Lass uns sprechen.
+43 660 702644015 Minuten · Kostenlos · Ohne Verpflichtung