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Wie läuft eine Maltherapie-Sitzung ab? Ein ehrlicher Einblick

· Ursula Strobl

Hände in Farbe, Symbol für den kreativen Prozess in der Maltherapie

Wenn du noch nie in einer Maltherapie-Sitzung warst, ist die Vorstellung vielleicht diffus. Was passiert da genau? Muss ich malen können? Was, wenn ich nichts spüre? Was, wenn ich zu viel spüre?

In diesem Artikel führe ich dich Schritt für Schritt durch eine typische Sitzung in der Kremplerei. Ohne esoterischen Schleier. Ohne Therapie-Sprache. Ehrlich und konkret.

Vor der ersten Sitzung: Das Klarheitsgespräch

Bevor du überhaupt zu einer Sitzung kommst, gibt es das Klarheitsgespräch. Das ist ein kostenfreies, unverbindliches Kennenlernen. Es dauert etwa 15 Minuten und findet telefonisch, per Video oder vor Ort statt.

Wir klären drei Dinge:

Erstens: Was beschäftigt dich gerade? Du erzählst, was dich hierhergebracht hat. Du musst nichts vorbereiten, kein perfekt formuliertes Anliegen mitbringen. Auch ein vages Gefühl von es passt etwas nicht reicht völlig aus.

Zweitens: Wie arbeite ich? Ich erkläre dir, was Maltherapie ist, wie eine Sitzung abläuft und was du erwarten kannst. So kannst du einschätzen, ob du dich in diesem Rahmen sicher fühlst.

Drittens: Was passt zu dir? Wir entscheiden gemeinsam, ob Einzelsitzungen oder das 8 Wochen Freiraum Programm das richtige Format ist. Und wir wählen die Sitzungsdauer (60, 90 oder 120 Minuten).

Wenn du dich nach dem Gespräch entscheidest, bei mir zu beginnen, vereinbaren wir den ersten Termin. Wenn du dich anders entscheidest, ist das auch in Ordnung. Es gibt keinen Druck.

Phase 1: Ankommen (etwa 10 bis 20 Minuten)

Du kommst in die Kremplerei in der Taborskystraße in Pressbaum. Die Praxis ist warm, hell, ruhig. Du legst deine Jacke ab, ich biete dir Wasser oder Tee an. Du darfst dir Zeit nehmen.

Wir setzen uns kurz zusammen. Ich frage: Wie geht es dir heute? Was war seit unserem letzten Treffen? Gibt es etwas, das du heute besonders im Blick haben möchtest?

Das ist kein Diagnostikgespräch. Es ist ein Ankommen. Manchmal sprudelt es aus dir heraus. Manchmal sagst du nur: Ich weiß nicht, ich bin einfach da. Beides ist gut.

Manche Sitzungen beginnen mit einer kleinen Atemübung oder einer kurzen Wahrnehmungsreise, die dir hilft, vom Alltag in den Raum zu finden. Du musst dafür nichts können. Es geht nur darum, dass dein Nervensystem versteht: Hier darfst du jetzt sein.

Phase 2: Materialwahl (5 bis 10 Minuten)

Dann gehen wir zum Atelierbereich. Du siehst Farben, Pinsel, Kohle, Ölkreide, Ton, verschiedene Papierformate. Ich frage dich: Was zieht dich heute? Was würde sich gut anfühlen?

Manchmal weißt du es sofort. Heute Aquarell. Heute Ton. Manchmal weißt du es nicht. Dann begleite ich dich behutsam: Schließ kurz die Augen. Spür hin. Was kommt zuerst? Welche Farbe taucht auf?

Es gibt kein richtiges Material. Es gibt nur das, was heute zu dir passt. Und das darf jedes Mal anders sein.

Phase 3: Gestalten (30 bis 60 Minuten)

Jetzt beginnt der eigentliche kreative Prozess. Du malst, mischst, gestaltest. Ich halte mich im Hintergrund, ich bin da, aber ich rede nicht.

Was in dieser Phase passiert, ist schwer in Worte zu fassen. Manche Frauen geraten in einen Flow, vergessen die Zeit, vergessen die Welt. Andere zögern, brechen ab, beginnen neu. Manchmal weinst du. Manchmal lachst du. Manchmal bist du einfach still und konzentriert.

Es gibt drei wichtige Regeln, die du dir merken darfst:

Du musst nichts erklären, während du malst.

Du musst kein schönes Bild produzieren.

Du darfst jederzeit aufhören, das Material wechseln oder ein Bild zerstören.

Manche der intensivsten therapeutischen Momente entstehen genau dann, wenn jemand ein Bild zerreißt oder übermalt. Das ist kein Scheitern. Das ist Prozess.

Phase 4: Werkgespräch (15 bis 25 Minuten)

Wenn du fertig bist, oder wenn die Sitzungszeit es nahelegt, kommen wir zusammen vor dein Bild. Wir schauen es gemeinsam an. Aus Distanz. Aus der Nähe. Von verschiedenen Seiten.

Ich stelle Fragen, aber sie sind anders als in einer klassischen Gesprächstherapie. Ich frage nicht: Was bedeutet das? Ich frage: Was siehst du? Was zieht dich an? Was stößt dich ab? Wo ist Bewegung? Wo Stillstand? Welche Farbe spricht zuerst zu dir?

Das ist die Werkbetrachtung nach C.G. Jung. Sie geht davon aus, dass das Bild eine eigene Sprache spricht. Und dass nicht ich dir sagen muss, was es bedeutet, sondern dass du selbst die beste Expertin für deine inneren Bilder bist.

Oft entstehen in dieser Phase Aha-Momente. Erkenntnisse, die du nicht erwartet hast. Verbindungen zu Erinnerungen, zu aktuellen Themen, zu wiederkehrenden Mustern.

Manchmal entsteht aber auch nur Ruhe. Ein Gefühl von: Da ist etwas. Ich weiß noch nicht was, aber es ist gut, dass ich es gemalt habe. Auch das ist wertvoll.

Phase 5: Abschluss und Mitnehmen (5 bis 10 Minuten)

Vor dem Ende fragen wir gemeinsam: Was nimmst du heute mit? Nicht das Bild. Sondern eine Erkenntnis, eine Frage, ein Gefühl, eine kleine Geste in den Alltag.

Wir besprechen kurz, ob es etwas zu beachten gibt. Manchmal lösen Sitzungen noch nach Stunden Bewegungen aus. Müdigkeit. Lebendigkeit. Tränen. Klarheit. Es ist gut, das zu wissen, damit du dich nicht erschreckst.

Du entscheidest, ob du dein Bild mitnimmst oder hier lässt. Wenn du mehrere Sitzungen hast, sammeln sich deine Bilder bei mir. Du kannst sie nach einigen Wochen oder Monaten hintereinander betrachten und siehst dann oft eine eigene Entwicklungsgeschichte.

Und dann gehst du. Manchmal beschwingt. Manchmal nachdenklich. Manchmal mit dem Gefühl, etwas Wichtiges erlebt zu haben, ohne genau sagen zu können, was.

Was nach der Sitzung passieren kann

Ich möchte dich vorbereiten, denn manche Reaktionen sind häufig:

Du fühlst dich nach der Sitzung müde. Das ist normal. Innere Arbeit ist anstrengend, auch wenn sie nicht so aussieht.

Du träumst in den Nächten danach intensiver. Auch das ist normal. Bilder bringen Bilder hervor.

Du bemerkst im Alltag plötzlich Dinge, die dir vorher nicht aufgefallen sind. Eine Farbe, ein Symbol, ein wiederkehrender Gedanke. Auch das gehört zum Prozess.

Du fühlst dich emotional offener oder verletzlicher. Das geht meistens nach ein bis zwei Tagen wieder vorbei.

Wenn du dich unsicher fühlst, kannst du mir jederzeit eine Nachricht schreiben. Ich bin nicht 24/7 erreichbar, aber ich melde mich verlässlich zurück.

Wie häufig kommen Klientinnen?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Frauen kommen wöchentlich für einen begrenzten Zeitraum (zum Beispiel im 8 Wochen Freiraum Programm). Andere kommen alle zwei bis vier Wochen. Manche kommen einmal im Quartal als Tankstelle.

Ich empfehle für den Einstieg drei bis fünf Sitzungen in einem regelmäßigen Rhythmus. So entsteht eine Vertrauensbasis, und der Prozess kann sich entfalten. Danach entscheiden wir gemeinsam, wie es weitergeht.

Wenn du beginnen möchtest

Du kannst dein kostenloses Klarheitsgespräch über die Kontaktseite anfragen oder mich direkt unter +43 660 7026440 erreichen. Mehr zur Methode findest du auf der Seite Maltherapie, und wenn dich besonders das 8 Wochen Programm interessiert, lies dich gerne in das 8 Wochen Freiraum Angebot ein.

Wenn du dich fragst, ob Maltherapie zu deinem Thema passt, hilft dir vielleicht der Artikel Maltherapie bei Burnout: Wenn Reden nicht mehr reicht oder Mal- und Gestaltungstherapie, wenn Bilder zu Wegweisern werden.

Du musst nicht alles wissen, bevor du kommst. Du darfst einfach beginnen.

Aquarell und Pinsel, ein offener Raum für deinen Prozess

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