Maltherapie: Was ist das und wie hilft sie dir?
· Ursula Strobl

Du hast vielleicht schon von Maltherapie gehört, aber weißt nicht genau, was dich erwartet. Oder du fragst dich, ob das überhaupt etwas für dich ist, wo du doch "nicht malen kannst". Genau diesen Gedanken höre ich oft. Und genau deshalb ist dieser Text für dich.
Was Maltherapie wirklich ist
Mal- und Gestaltungstherapie (MGT) ist ein therapeutisches Verfahren, das kreatives Gestalten als Zugang zu deiner inneren Welt nutzt. Das klingt vielleicht abstrakt, aber im Kern ist es ganz einfach: Du malst, zeichnest, arbeitest mit Ton oder Collagen, und dabei zeigt sich etwas, das oft tiefer liegt als Worte.
Die Wurzeln liegen in der analytischen Psychologie von C.G. Jung. Er war überzeugt, dass unser Unbewusstes in Bildern, Symbolen und Träumen spricht. Die Maltherapie nutzt genau diesen Kanal. Nicht um schöne Bilder zu produzieren, sondern um innere Prozesse sichtbar und spürbar zu machen.
Der wichtigste Satz vorab
Du brauchst kein Talent. Kein künstlerisches Vorwissen. Keine Erfahrung mit Farben oder Pinseln. Die einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft, dich einzulassen. Auf dich selbst.
Wie eine Sitzung ablaufen kann
Jede Sitzung ist individuell, aber es gibt einen roten Faden:
1. Ankommen und Einstimmen
Du kommst in die Praxis, und wir beginnen mit einem kurzen Gespräch. Was beschäftigt dich gerade? Was bringst du mit? Manchmal ist da ein konkretes Thema, manchmal eher ein Gefühl, das noch keine Worte hat. Beides ist in Ordnung.
2. Der Gestaltungsprozess
Dann wählst du Materialien, Farben, Kreiden, Ton, Papier, und beginnst zu gestalten. Ohne Plan, ohne Ziel, ohne Bewertung. Das ist am Anfang oft das Schwierigste: einfach tun, ohne zu wissen, was dabei herauskommt.
Aber genau in diesem Tun passiert etwas. Der Körper wird aktiv, die Hände arbeiten, der Verstand tritt zurück. Und plötzlich tauchen Formen, Farben und Symbole auf, die dich überraschen. Die etwas zeigen, das du rational vielleicht nie so formuliert hättest.
3. Das Werkgespräch
Nach dem Gestalten schauen wir gemeinsam auf das, was entstanden ist. Nicht um es zu bewerten oder zu deuten. Sondern um es zu erforschen. Was siehst du? Was spürst du? Welche Verbindung gibt es zu deinem Leben, deiner Geschichte, deinem aktuellen Thema?
Dieses Gespräch ist kein Interpretieren von oben herab. Es ist ein Dialog, behutsam und respektvoll.
4. Integration
Am Ende geht es darum, das Erlebte in deinen Alltag mitzunehmen. Was möchte gesehen werden? Welcher nächste Schritt zeigt sich? Manchmal ist das eine konkrete Handlung, manchmal eher ein neues Bewusstsein für etwas, das lange im Verborgenen lag.
Wobei Maltherapie helfen kann
Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. In meiner Praxis in Pressbaum arbeite ich häufig mit Frauen, die folgende Themen mitbringen:
- Stress und Erschöpfung, bis hin zu Burnout
- Selbstwertthemen und der Wunsch, sich selbst wieder zu spüren
- Lebenskrisen und Übergangsphasen, Trennung, Neuorientierung, Midlife
- Trauer und Verlust
- Ängste und innere Blockaden
- Das Gefühl, im Alltag nur noch zu funktionieren
- Der Wunsch nach Selbsterfahrung und persönlicher Entwicklung
Warum Malen anders wirkt als Reden
In einer klassischen Gesprächstherapie arbeitest du vor allem mit Worten. Das ist wertvoll. Aber manchmal sitzen die Dinge tiefer als Sprache reicht. Gefühle, die sich nicht benennen lassen. Muster, die du rational kennst, aber trotzdem nicht ändern kannst. Körpererinnerungen, die keinen Namen haben.
Die Maltherapie umgeht den rationalen Verstand. Sie spricht eine ältere, tiefere Schicht an. Und genau das macht sie so kraftvoll: Sie erreicht Bereiche, an die Worte allein manchmal nicht herankommen.
Für wen Maltherapie geeignet ist
Kurz gesagt: für jeden Menschen, der bereit ist, sich auf einen kreativen Prozess einzulassen. Es gibt kein "zu alt", kein "zu unkreativ", kein "zu verkopft". Gerade Menschen, die sich als "nicht kreativ" bezeichnen, erleben oft die intensivsten Aha-Momente.
In meiner Praxis kommen vor allem Frauen zwischen 30 und 55. Mütter, Berufstätige, Frauen in Umbruchphasen. Aber auch Männer und junge Erwachsene finden ihren Weg hierher.
Was Maltherapie nicht ist
Maltherapie ist kein Malkurs. Es geht nicht um Technik, Ästhetik oder künstlerisches Können. Es gibt keine Noten, keine Bewertung, kein "schön" oder "nicht schön". Und es ist auch keine Beschäftigungstherapie oder reines Hobby. Es ist ein therapeutisches Verfahren mit tiefenpsychologischem Hintergrund.
Dein erster Schritt
Wenn du neugierig bist, dann ist ein Klarheitsgespräch (ca. 15 Minuten) ein guter Anfang. Wir können in Ruhe besprechen, ob Maltherapie für deine Situation passend ist. Ohne Druck, ohne Verpflichtung.
Manchmal beginnt Veränderung nicht mit großen Entscheidungen. Sondern mit dem Mut, sich auf etwas Neues einzulassen. Vielleicht ist jetzt genau der richtige Moment dafür.
Mehr zu meinem Angebot: Maltherapie und Angebote.
Mehr zum Thema Maltherapie
- Was kostet Maltherapie in Österreich? Preise, Krankenkasse und woran du ein faires Angebot erkennst
Die häufigste Frage vor dem ersten Termin: Was kostet das, und zahlt die Krankenkasse etwas dazu? Hier bekommst du klare Zahlen aus meiner Praxis, eine ehrliche Antwort zur Kasse und drei Fragen, mit denen du jedes Angebot vergleichen kannst.
Hat dich dieser Beitrag berührt? Lass uns sprechen.
15 Minuten · Persönlich · Ohne Verpflichtung